Freitag, 9. Dezember 2011

Pescetarier - nicht Fisch, nicht Fleisch.

http://lolalollipop.com/

Pescetarier sind komisch. Sie sind keine richtigen Vegetarier, aber Omnis wollen sie auch nicht sein. Wissen Pescetarier eigentlich selber, was sie wollen? Pescetarier essen kein Fleisch, sondern nur Fisch.
Erstmal finde ich diese Definition reichlich dämlich: Wo liegt denn jetzt genau der Unterschied zwischen Fleisch und Fisch? Fisch ist ein Tier. Gibt es auch ein Fleischtier oder was? Wer sagt denn, die körperliche Substanz eines Fisches sei kein Fleisch, was auch nichts anderes als die körperliche Substanz irgendeines Tieres ist. Woher kommt diese Vorstellung, ein Fisch sei weniger Lebewesen als alle anderen? Genauso hirnrissig, wie die Behauptung, man esse ja kein Fleisch, nur Geflügel. Aber hier sehen die meisten den Widerspruch. Was macht einen Fisch weniger wert als jedes andere Lebewesen? Wenn man den Schritt geht, kein Fleisch mehr zu essen und aber die Fische aus dieser moralischen Entscheidung ausklammert, frage ich mich wirklich, wie es dazu kommt? Wie wird jemand Pescetarier?
Wikipedia hilft vielleicht weiter:
Fleisch umfasst nach der engen Definition der Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse[1] im Deutschen Lebensmittelbuch nur Skelettmuskulatur mit anhaftendem oder eingelagertem Fett, Bindegewebe sowie eingelagerten kleineren tierischen Bestandteilen. Nach einer weiten Definition für Fleischerzeugnisse umfasst es „alle Teile von geschlachteten oder erlegten warmblütigen Tieren, die zum Genuss für Menschen bestimmt sind“.
Ist der Pescetarier also ein Phänomen der Fleischlobby, welche sich anmaßt, zu sagen, dass und welche Tiere zum Genuss des Menschen bestimmt sind?
Fische scheinen aus dem Konzept Fleisch herauszufallen. Die Erklärung liegt hier ganz einfach darin, dass es sich um zwei unterschieliche Lobbys handelt. Einerseits Fischerei also Aquakultur, andererseits Landwirtschaft, bzw. Agrarkultur.
Es fällt sogar auf, dass es hier unterschieliche Wortfelder vorherrschen. Niemand spricht davon, dass Fische geschlachtet werden. Oder von Massentierhaltung. Fische werden lediglich "gezüchtet" oder "gefangen", "getötet", "filetiert".
Hört sich doch gleich viel netter an. und man gewinnt den Eindruck, das Tier hatte es bis zum Schluss gut. Und mit Umweltverschmutzung und CO² wird das ja auch nicht viel zu tun haben. Ausserdem sind Fische nicht süß, ne?

Aber nur, weil die Tiere unterschiedliche Lebensräume haben, soll man jetzt die einen essen und die anderen nicht? Oder meinen die, Fische könnten kein Leid, keinen Schmerz empfinden? Oder sind Pescetarier die, die das nur für ihre Gesundheit tun, und ein bisschen trendigen Veggi-Lifestyle anhaften haben wollen? Dann schön und gut. Aber gibt es wirklich Pescetarier, die sich aus moralischen Gründen dazu entschließen? Das fände ich ja geradezu naiv und unreflektiert.

Hier zwei sehr gute Infoquellen für unsere Fischfreunde:


Überfischung
Aquakultur

Kommentare:

Prinzessin auf der Erbse hat gesagt…

"[...] zum Genuss für Menschen bestimmt [...]"

Wenn ich sowas schon lese!
Aber guter Beitrag von dir über eine Frage, die ich mir nahezu täglich stelle. Als Antwort bekam ich von einem Pescetarier: "Fische haben kein Daseinsbewusstsein."

Dein Blog ist sehr interessant, hab ihn gerade entdeckt und komme öfter vorbei :-)

Liebe Grüße!

PD hat gesagt…

Und Fische schreien auch nicht, wenn sie leiden ...

Diesen Post habe ich in http://veggie-blogger-network.blogspot.com/p/kritische-auseinandersetzungen.html verlinkt :-)

Vegane Grüße, PD

Anonym hat gesagt…

Ich frag mich selber, was mich so lange bewogen hat, Fleisch zu verweigern, aber Fisch zu essen.
Ich weiß es nicht. Denke, es hängt auch damit zusammen, weil es mir von so ziemlich allen Seiten eingeredet wurde, dass ich wenigstens DAS brauche.

Nunja, ich hab ja gelernt.
Und mir geht nichts ab- hab auch schon zu den pescetarierischen Zeiten meinen Konsum recht eingeschränkt bzw mich abgegessen.

Dein Post- so toll und ironisch er auch sein mag- ist allerdings ein wenig herablassend. Nur weil du die Weisheit gleich vollständig mit dem Löffel gefressen hast, hast du kein Recht, andere dafür anzuprangern. Jede_r braucht seine_ihre Zeit.
Und meistens denken PescetarierInnen allein beim Spruch "Achso, Fischfilet ist kein Fleisch?!" nach.

Isadora hat gesagt…

Ich bin selbst mehr oder weniger Pescetarierin und kann daher diese Frage wohl beantworten. Und zwar: Es geht für mich NICHT darum, wer "lieb" ist und wen ich essen darf oder wer "nicht so lieb" ist. Für mich sind in dieser Hinsicht alle Tiere gleich, egal ob es sich um Häschen oder Rinder handelt. Der Punkt für pro Fisch und (meist) contra Fleisch ist ein rein gesundheitlicher - so ist Fisch grundsätzich gesünder als so manches Fleisch und Seefisch auch nicht mit Hormonen zugepumpt oder musste unter furchtbaren Haltungsbedingungen leben. Wenn ich übrigens Fleisch finde, von dem ich weiß, dass es aus artgerechter, biologischer Landwirtschaft stammt, dann mache ich hier auch Ausnahmen.

Wer aufgrund des Tierschutzes seine Ernährungsgewohnheiten verändert müsste sowieso Veganer (und nicht Vegetarier) werden, aufgrund der Haltungsbedingungen von Kühen, der Jungtierproblematik durch die milchgebenden Tiere und der Eier. So gesehen finde ich Pescetarier auch nicht "schlimmer" oder anders als Vegetarier.

Anonym hat gesagt…

Erst einmal ist es jedem selber überlassen, was er isst und was nicht. Du scheinst dich wohl für was besseres zu halten nur weil du keine Tiere isst. Ich esse auch Fisch und kein Fleisch, weil mir meine Gesundheit wichtig ist, esse ich aber fast nie welchen, denn auch Fisch ist nicht unbedingt Gesund wenn man die verseuchten Meere betrachtet. Ich arbeite mich darauf hin irgendwann Vegan zu leben, aber derzeit ist es mir nicht möglich, da ich noch zuhause wohne und mein Lebensstil nicht unterstützt wird. Außerdem schmeckt mir Fleisch nicht und ich habe einen empfindlichen Magen und jedes mal das Gefühl auf meiner Zunge liegt n Stück Mensch.
Aber so herablassend und arrogant zu sein finde ich nicht Ok. Das ist auch der Grund, warum Veganer,Vegetarier etc. nie in der Gesellschaft akzeptiert werden und immer ein Kampf entsteht weil jeder sich für etwas besseres hält. Die Menschen sind Opfer des Systems sie wurden in die Rolle gezwungen, weil Fleisch Krank macht und Krankheite Angst machen und Menschen mit Angst kann man einfacher regieren. Sehs mal so jeder ist auf der Erde um etwas zu lernen. Alles hat einen Grund.

Habibti hat gesagt…

Wenn ich mich noch einmal dazu äussern darf:

Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, was ich geschrieben habe. Nur zu meiner Erklärung: ich schreibe immer das, was ich in dem Moment fühle und denke. Und wenn das Gefühl in dem Moment Wut und Enttäuschung und Frustration war, dann tut es mir leid, wenn ich mit dem, was ich geschrieben habe, jemandes Gefühle verletzt haben sollte. Im Nachhinein hätte ich es anders geschrieben, mir mehr und andere Gedanken zusätzlich gemacht. Aber so funktioniert mein Blog nicht. Was ich schreibe sind Momentaufnahmen. Und auch wenn es mir hinterher nicht mehr gefällt, werde ich den Post nicht verändern oder löschen. Wenn es irgendjemand hören will, werde ich vielleicht später nocheinmal einen neuen Post über Pescetarier schreiben, der vielleicht mehr Gefallen findet. Aber ihr dürft auch nicht vergessen, dass ich einzig und allein für mich schreibe und nicht, damit ich mir möglichst viele Freunde mache. Deal with it.

Schnattchen hat gesagt…

Ich bin Pescetarier! Und ich finde, dass niemand komisch ist, nur weil er Fisch isst, aber anderes Fleisch nicht. Mir tun Fische auch sehr leid und ich bin auch der Meinung, dass Fische genauso leiden, wie andere Tiere. Aber ich esse trotzdem Fisch, weil ich einfach nicht komplett darauf verzichten könnte. Es schmeckt mir einfach zu gut, ganz im Gegenteil zu anderen Fleisch. Das ist mein Grund, warum ist Pescetarier bin.

Anonym hat gesagt…

Ich bin auch Pescetariar, ich esse zwar nicht wirklich oft fisch aber ganz verzichte ich nicht darauf. Ich kann verstehen wenn sich Vegetaria darüber aufregen dass manche Pescetaria sich Vegetaria nennen weil das ganz klar falsch ist. Aber ich meine wenn sich Vegetaria über Pescetaria aufregen ist das nicht besser wie wenn sich "normale" Menschen über Vegetaria aufregen. Es bleibt ja wohl jedem selbst überlassen aus welchen Gründen er was isst und was nicht. Leben und leben lassen ;)

Anonym hat gesagt…

Es gibt doch sehr verschiedene Gründe wieso jemand Fleisch isst oder nicht. Ich denke man sollte auch wenn man als Vegetarier/Veganer der Meinung ist, Fleisch essen = Töten von Lebewesen, diese Meinung nicht versuchen anderen aufzudrängen oder jemanden kritisieren, weil er etwas anders handhabt. Wenn jemand nur Fisch isst, isst er schon mal kein anderes Fleisch! Versuchts doch mal von diesem Standpunkt zu sehen :)

Anonym hat gesagt…

Mir wurde immer schlecht von dem Fett das nur Fleisch verströmte, und es zu sehen ließ mir das Tier vor Augen führen Wie es starb. Da ich als es anfing 11 war und ich versuchte darauf zu verzichten mir es bald besser ging aber in manchen Sachen schlecht ging und ich mir am Schluss Spritzen spritzen musste. Und mir alle vor Augen führten Wie schlecht es mir ging informierte ich mich was ich tun könnte und ging den kompromiss ein halt Wirbellosetiere, der eigentliche richtige Pescetarier, zu essen. Und.mit meinen knappen14 Jahren fühl ich mich so wohl.

Anonym hat gesagt…

Ich bin noch Vegetarier aber mittlerweile zweifel ich daran, da ich immer mehr Lust auf Fleisch bekomme. Pescetarier zu werden ist immer noch besser als wieder anzufangen alle Tiere zu essen. Ich kann dies gerade so mit mir vereinbaren, da Fische meiner Art am unähnlichsten sind. Sie haben natürlich auch Gefühle und ein Recht auf Leben aber nach neuen Forschungen haben das Pflanzen auch. Irgendwo muss man Grenzen ziehen und sich entscheiden.